Vollendung einer Zeichnung

Der Tag ist vollendet, aber die Zeichnung nicht. Wie soll ich heute Nacht schlafen, wenn das Ergebnis auf dem Papier nur einer bloßen Enttäuschung gleicht?

Jede Stunde, die ich daransetze, macht die Zeichnung nur noch schlimmer.

Ich kann nicht mehr. Ich brauche eine Pause.

Aber für eine Pause brauche ich mindestens ein Zwischenergebnis.

Ich meine, ein gelungenes.

Eins, das mir den Mut gibt, das Zeichnen nicht völlig aufzugeben.

Nur, die Energie reicht nicht.

Und dieses Zwischenergebnis, darauf warte ich seit Stunden.

OK. Wann gefiel mir die Zeichnung noch?

Gestern. Der Bleistift-Entwurf? Ja.

Also all die Farb-Kombis, die ich heute ausprobiert habe, die verwerfen wir? Ja.

Was für eine Zeit- und Energie- und Papier- und Farb-Verschwendung! – Ja, vielleicht.

Jetzt gebe ich das Zeichnen für immer auf.

„Ich werde nie wieder zeichnen!“

Kann ich eh nicht, anscheinend.

Das heißt Konsistenz.

Welch eine Erleichterung!

Nie wieder zeichnen, stell dir mal vor!

Jetzt gilt es für immer.

Ich meine: Nur jetzt, weißt du?

Auch das ist erleichternd.