Papier, Feder, Pinsel und Farbe

Die Farbe. Flüssig. Davon hat die Feder viel aufgenommen. Anscheinend zu viel. Ich schreibe ein Wort, schön und gleichmäßig, und beim letzten Buchstaben – Platsch! Mein Wort schwimmt im Guss.

Das Papier.

Der Strich war perfekt. Für eine Sekunde. Dann verhält sich der Grund wie Löschpapier. Er war offener als ich dachte. Die Linie ist nicht mehr sauber.

Die Feder.

Ich will aus runden Armbewegungen runde Buchstaben machen. Ich atme ein und starte. Die Feder stemmt sich gegen meinen Schwung. Viel zu früh stoppt sie auf dem Papier und ich kann meinen Buchstaben nicht zu Ende schreiben.

Der Pinsel.

Aus dem Pinsel hat sich ein Haar gelöst. Nun liegt es mitten in der Farbfläche. Wenn ich es mit dem Finger heraushole, zerstöre ich die Ruhe des gleichmäßigen Farbauftrages, der bald ganz getrocknet ist.

Das Papier.

Ich bin ins Zeichnen versunken. Für einen angewinkelten Pinselstrich stütze ich meinen Ellbogen auf der Arbeitsfläche ab. Und schon ist es passiert: Das Papier hat am Rande einen unheilbaren Knick bekommen.

Die Farbe wieder.

Voll dabei, zeichne ich weiter. Währenddessen bemerke ich nicht, dass meine Hand über die soeben gezeichneten Striche streift. Die Farbe ist da gelandet, wo sie nicht hingehört.

Feder, Pinsel, Papier, Farbe … so unschuldig.